Besuch der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
am 07.Juni 2008


M-Born Manche werden sich gefragt haben, warum wir gerade
dieses Ziel für unsere Veranstaltung gewählt haben. Die
Anwort ist eigentlich einfach. Wir wollen und sollen nicht
vergessen, denn Zukunft braucht Erinnerung.

Daher haben wir uns vor Ort durch eine sachkundige
Führung über die Geschehnisse an diesem geschichts-
trächtigen Ort jüngster deutscher Geschichte informieren
lassen.



Grenz-Mu
Am Zonengrenz-Museum in Helmstedt trafen wir um 10:00 Uhr ein. 26 Personen waren wir, auch einige Nichtmitglieder waren dabei. Herr Greilich, der Gäste-
führer des Vereins "Grenzenlos-Wege zum Nachbarn", empfing uns vor dem Gebäude. Nachdem wir alle in dem engen Vorraum Platz gefunden hatten, stellte
Herr Greilich sich und auch den Verein "Grenzenlos-Wege zum Nachbarn" vor. So erfuhren wir unter anderem, dass er aus seiner früheren Tätigkeit viele der Ge-
schehnisse an der innerdeutschen Grenze aus eigenem Erleben kannte.
 
Das Museum, bestehend aus vielen kleinen Räumen, ist angefüllt mit Gegenständen und Schriften, die über den Aufbau und die Sicherung der Grenz- und der
Kontrollanlage Auskunft geben. Auch war die gefürchtete Splittermine zu sehen, die, am Zaun zur DDR-Seite angebracht, bei Kontakt detonierte und viele Flucht-
versuche qualvoll beendete. Bilder und Berichte von Zeitzeugen geben davon Auskunft. Aber auch Schriftstücke der Bundesrepublik Deutschland, des Landes
Niedersachsen und der Medien sind dort einzusehen. Alles aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Die von dem Verein vorgegebene
Zeit stellte sich als viel zu kurz
heraus. Der Gästeführer drängte
zum Aufbruch. Das nächste Ziel,
das Grenzdenkmal Hötensleben,
wartete schon auf uns.
Grenzzaun
Schießffeld  Nach rasanter Fahrt, Herr
 Greilich vorweg, trafen wir am
 ehemaligen Grenzsicherungs-
 streifen der DDR ein.

 Auf einer Länge von ca. 3,5 km
 und einer Fläche  von ca 6,5 ha
Tum    sind noch die Sichtblendmauer, der Signal- und Grenzzaun, das Sicht-
   und Schießfeld mit Lichttrassen, die Kolonnenwege, der Hunde-
   Laufzaun und die Kfz-Sperren (zum Landesinneren gerichtet!!) zu
   sehen. Aus dem ehemaligen Führungsturm hat man einen guten
   Blick über die gesamte Anlage.

   Es ist nicht zu glauben, mit welch technischen und finanziellen Auf-
   wand die Machthaber der DDR die Bewohner daran hinderten, ihr  
   Land zu verlassen.
Gruppe
M-Born
Ein wenig bedrückt fuhren wir zu unserem letzten Ziel, die Gedenkstätte Deutsche Teilung
Marienborn, die ehemals größte europäische Grenzkontrollanlage. Verödet liegt sie da, dem
Eindruck nach dem langsamen Verfall preisgegeben, denn für die Erhaltung dieses Denkmal
fließen die Gelder nur sehr spärlich.

Nach der Vorstellung eines russischen Lkw mit Funkausstattung, wurden wir durch die einzelnen
Abfertigungshallen und Räume geführt. Viele von uns hatten bei Reisen durch die DDR hier ihre
eigenen Erfahrungen sammeln können und Erinnerungen wurden wieder wach. Der Gästeführer
schilderte den Ablauf einer Kontrolle eines Reisenden und auch den, wenn der Reisende in den
Verdacht stand, gegen Gesetze der DDR verstoßen zu haben. Man konnte sich gut in die Gefühle
der überprüften Menschen hineinversetzen. Alle von uns waren sehr nachdenklich geworden.

So waren wir erleichtert, als Herr Greilich das Ende der Führung ankündigte mit dem Hinweis, bald
einmal wiederzukommen, um dann auch den unterirdischen Teil der Anlage zu besichtigen. Das
Angebot wurde angenommen.

Die eingeplante Zeit war um mehr als eine Stunde überschritten. Die Gaststätte war aber schon
vorher von der Verspätung in Kenntnis gesetzt und auch die abgefragten Menüs bereits übermittelt.
In Bad Helmstedt, in der Gaststätte "Der Quellenhof", erwartete man uns schon und bald stand das
Essen auf den Tischen. Natürlich vorwiegend Spargelgerichte, so wie geplant und in der Einladung
angekündigt. Das Essen war schmackhaft und reichlich. Nach dem Essen wurde über das Erlebte
gesprochen und Meinungen ausgetauscht.. Auf das vorgesehene Kaffeetrinken wurde verzichtet, da
dieses nicht mehr in den Zeitrahmen passte und die ersten schon zum Aufbruch drängten. Das war
das Startsignal! Nach und nach verabschiedete man sich voneinander, um den Heimweg anzutreten.

Da wir viel von den ehemaligen  Grenzanlagen gesehen und aus sachkundigen Mund viel dazu gehört
haben, glaube ich mit Recht sagen zu können, dass das Ziel unserer Veranstaltung erreicht worden ist.

Ach ja, und das Wetter? Bestens, prima, und das bis zum Ende der Veranstaltung. Auf dem Heim-
weg setzte Regen ein, aber wir waren ja schon auf dem Heimweg.                          
M-Born

Juni 2008

                                                                                     Armin Lienstädt
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